Auf ins neue Leben

Die nächsten 2 Jahre verbringen wir in Bukarest.

Sonntag, 8. März 2015

Christians Büro

Manche haben nach Christians Job (der Grund, warum wir hier sind) gefragt. Was er hier macht hab ich schon mal kurz beschrieben, aber Bilder gab es bisher noch keine. Daher kommen sie jetzt:

das Gebäude von außen

ein typisches Großraumbüro

ein aufgeräumter Schreibtisch, wahrscheinlich von einer Frau :-)

Ausblick nach draußen

Mittlerweile ist Christian für 120 Mitarbeiter verantwortlich, die Kundenservice auf Deutsch, Italienisch und Rumänisch anbieten.
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Entspannung






Donnerstag, 5. März 2015

Wiebke zu Besuch - ihr Blick auf Bukarest

Ende Februar war meine Zwillingsschwester Wiebke zu Besuch.

 

Hier ein paar ihrer Eindrücke von Bukarest. (Danke für die tollen Fotos, Wiebke :-))

 Stromversorgung

Häuserfassade
  

modern neben alt
 

eine interessante Beleuchtungsidee eines Cafes (eines der wenigen rauchfreien, die es hier gibt)

vor dem Palast

orientierungslos

Plattenbau

Umweltschutz?

ein schön angelegter Park (da ist es dank der zahlreichen Angestellten sauber) 

Sitzgelegenheiten sind reichlich vorhanden
 
 
Autowaschanlage ...

 ... von Hand

 ein Buchladen in der Altstadt

Tram, man muss sich während der Fahrt festhalten, so stark wackelt alles


meine neuen Freunde

Montag, 26. Januar 2015

Fenjas Woche

Mittlerweile hat sich auch für mich sowas wie eine wöchentliche Routine eingestellt, von der ich euch heute erzählen möchte. Seit Anfang Januar habe ich zwei mal pro Woche einen rumänischen Sprachkurs. Da es ein Einzelkurs ist, kommt der Sprachlehrer zu mir nach Hause und wir üben zwei Stunden intensivst rumänische Wörter/Sätze und die Grammatik. Beim Lesen von Texten verstehe ich mittlerweile schon sehr viel, aber selber sprechen fällt mir schwer. Auch die Grammatik hat es in sich. Die Artikel werden beispielsweise an das Wort hinten angehängt.

Ein Beispiel für ein männliches Substantiv:
ein Jahr - einige Jahre - das Jahr - die Jahre
un an    -   nişte ani   -     anul   -     anii

Ein Beispiel für ein weibliches Substantiv:
ein Problem - einige Probleme - das Problem - die Probleme
o problemă   - nişte probleme  -  problema    -    problemele

Und dann verwenden die Rumänen nie Personalpronomen. Statt: "Ich fahre in die Stadt." heißt es nur "Fahre in die Stadt." Ich muss also wirklich jedes Verb durchdeklinieren können. Das erinnert mich doch sehr an früher. Auch jetzt müsste ich eigentlich jeden Tag Vokabeln pauken. Hausaufgaben gibt es natürlich auch noch. Ich verbringe also gerade viel Zeit mit Sprache lernen. Ich hoffe, dass sich das in ein paar Wochen auch wirklich anwenden lässt. Mit den paar Sätzen, die ich nun beherrsche, gewinne ich aber meist schon die Herzen der Rumänen (sie sind aber auch wirklich wohlwollend :-)).

Freitags bin ich für ein paar Stunden im Casa Agar. Das Casa Agar gehört zu der Organisation "Touched Romania", die es zu ihrer Aufgabe gemacht hat, alleinerziehenden Müttern und ihren Babys zu helfen, bzw. Kindern ohne Eltern, indem sie...
1....sich um die Nöte von Neugeborenen und verlassenen Kindern kümmern, die in den Säuglingsstationen und Kinderheimen von Bukarest leben.
2. ... bei der Suche und Vermittlung von Kindern und verantwortungsbewussten Pflegefamilien helfen und die Familien in dieser Pflegezeit unterstützen.
3. ... einen Wohnraum im Casa Agar (Hagar Home Maternal Center) bieten. Das Haus unterstützt alleinerziehende Mütter auf vielen verschiedenen Ebenen, damit diese sich um ihre Kinder kümmern, anstatt sie in einem Kinderheim abzugeben. So wird versucht, die Zukunft dieser Mütter und ihrer Kinder zu verbessern.

Dort bin ich nun jeden Freitag und helfe mit bei dem was anfällt. Babys füttern, mit ihnen spielen, sie im Arm halten, im Haushalt mithelfen (bügeln, aufräumen...), den Schulkindern von ehemaligen Bewohnerinnen, die zur Nachmittagsbetreuung kommen, bei den Hausaufgaben helfen (soweit das sprachlich möglich ist), mit ihnen basteln, spielen... oder mich einfach mit den Müttern, die dort leben unterhalten und etwas Zeit mit ihnen verbringen.

Der Name Casa Agar leitet sich übrigens von Hagar ab, der Magd von Abraham und Sarah, mit der Abraham den gemeinsamen Sohn Ismael hatte. Da Sarah schon alt war und meinte keine Kinder bekommen zu können, beschlossen sie und ihr Mann, dass Abraham mit Hagar einen Nachkommen zeugen sollte. Sie wollten der Verheißung, die Gott ihnen gegeben hatte (dass Abraham so viele Nachkommen, wie Sterne am Himmel haben würde) ein bisschen nachhelfen. Nachdem Hagar schwanger wurde, behandelte sie ihre Herrin Sarah herablassend. Sarah wollte sich rächen, doch Hagar floh in die Wüste. Dort sprach Gott zu ihr und sagte ihr, das sie zurück zu Sarah als ihre Magd gehen solle. Gott versprach ihr, sich um sie zu kümmern. (Eine spannende Geschichte, nachzulesen in der Bibel, 1. Mose Kapitel 15-17)

Dann werde ich ab dieser Woche einen Schwangerschafts-Gymnastik-Kurs in rumänischer Sprache besuchen - Sport und Sprache lernen/anwenden in einem :-).

Dazu kommen natürlich noch die normalen häuslichen Tätigkeiten. Erwähnenswert ist da eigentlich nur das Einkaufen. Denn das kann hier gut und gerne auch mal 2-3 Stunden in Anspruch nehmen, je nach Verkehrslage. Alles andere unterscheidet sich ja nicht wirklich von einer Wohnung in Deutschland, außer dass wir jetzt den Luxus einer Spülmaschine genießen.

Donnerstags treffen Christian und ich uns abends mit unserer internationalen Smallgroup der Gemeinde und sonntags besuchen wir dort den Gottesdienst. 1-2x pro Monat helfe ich beim Kindergottesdienst mit, was mich doch sehr an meine frühere Tätigkeit als Grundschullehrerin, erinnert.

So hat sich meine Woche nun doch schon recht abwechslungsreich gefüllt und ich genieße meist die ruhigen Zeiten, die sich ja von alleine bald ändern werden. 

Da ich zu diesem Beitrag kein passendes Foto gefunden habe, sind hier zwei von uns im winterlichen Bukarest beim Spaziergang über einen zugefrorenen See.



Und so sahen die Gehwege bis vor 1 Woche noch aus. Geräumt wurde hier eigentlich nicht. Mit der Zeit bildet sich dann schon ein Trampelpfad. Und darunter die Räumkommandos (in gelb-orangenen Farben). So werden Arbeitsplätze geschaffen. 




 





Freitag, 19. Dezember 2014

Church

Rumänien ist kultrell orthodox geprägt und ca. 90% der Bevölkerung gehören dieser Kirche an. Aber wie in vielen Ländern ist einiges mehr Kultur und weniger Glauben. An jeder Straßenecke findet man orthodoxe Kirchen und viele Rumänen, die an einer Kirche vorbeigehen oder auch im Bus daran vorbei fahren, bekreuzigen sich mehrmals. Im Innenraum gibt es selten Stühle und wenige Fenster und die Wände und Decken sind kunstvoll bemalt. Auch findet man viele Ikonen und Heiligenbilder oder Bilder ehemaliger und aktueller Bischöfe. Viele Rumänen küssen diese Ikonen, wenn sie eine Kirche betreten. Hier ein kleiner Eindruck einer orthodoxen Kirche.



Uns war von Anfang an klar, dass wir uns auch hier in Bukarest eine christliche Gemeinde suchen wollen. Wir haben uns im Internet umgeschaut und eine internationale freie Gemeinde gefunden, die Bucharest International Church (BIC). Sie besteht aus zwei Teilen, einem englisch-sprachigen Gottesdienst mit vielen verschiedenen Nationen und im Anschluss einem rumänisch-sprachigen, in den hauptsächlich Rumänen gehen. Viele Aktionen finden aber auch gemeinsam statt, so dass wir auch schon viele Kontakte zu Rumänen haben. Dort sind wir nun regelmäßig sonntags im Gottesdienst (englisch-sprachig) und besuchen eine Smallgroup. Unser Hauskreis besteht aus vier Ehepaaren aus unterschiedlichen Ländern: Sri Lanka, Canada, Rumänien, Deutschland. Wir treffen uns zum Erzählen, füreinander Beten, zusammen in der Bibel lesen und Gott mit Liedern loben. Hier ein Bild der Frauen, die Männer wollten sich nicht so schön zusammensetzen :-).


Ach ja, seit ein paar Tagen habe ich wieder kurze Haare.:-)

Diese Gemeinde ist für uns ein sehr zentraler Ort geworden, um hier ankommen zu können. Obwohl wir alle aus den unterschiedlichsten Teilen der Erde kommen, verbindet uns doch eine große Gemeinsamkeit: Wir sind alle fremd hier, unsere Familien sind weit weg und das schweißt zusammen. Obwohl wir erst seit vier Monaten dazu gehören, sind die Menschen uns dort ans Herz gewachsen.

An Nikolaus (auch so ein deutscher Brauch) haben wir zusammen eine Weihnachtsparty veranstaltet mit dem Motto: "Christmas around the world". Insgesamt kamen gut 50 Leute aus der internationalen Community. Wir haben zusammen Christmas carols gesungen, eine Weihnachtsgeschichte gehört, viel gelacht und geredet und international gegessen. Jeder sollte etwas typisches aus seinem Land mitbringen.



Im Vorfeld hatte ich mich mit 4 anderen Frauen getroffen und wir haben zusammen ca. 300 Plätzchen hergestellt, die es dann an dem Abend zum Mitnehmen gab: Vanillekipferl, Zimtsterne, Nussmakronen, Schokocrossies und Marmeladenausstrecher.



Jetzt weiß ich auch wieder, warum ich nicht gerne Plätzchen backe. So viel Arbeit und am Ende hält man nur so kleine Dinger in der Hand, die mit einem Bissen weg sind. Da back ich doch lieber Kuchen :-).

Heute fliegen wir nun nach München, werden dort einige Tage verbringen, anschließend in die Schweiz zu meinen Eltern und Geschwistern fahren und zum Schluss Christians Familie in Oberfranken besuchen. Wir freuen uns sehr auf diesen Heimaturlaub, auf Weißwurstfrühstück und deutsche Weihnachtslieder. Wir wünschen euch frohe Weihnachten mit diesem Gedicht von Hanns Dieter Hüsch (1925-2005).

Dezemberpsalm

Mit fester Freude
Lauf ich durch die Gegend
Mal durch die Stadt
Mal meinen Fluss entlang
Jesus kommt
Der Freund der Kinder und der Tiere
Ich gehe völlig anders
Ich grüße freundlich
Möchte alle Welt berühren
Mach dich fein
Jesus kommt
Schmück dein Gesicht
Schmück dein Haus und deinen Garten
Mein Herz schlägt ungemein
Macht Sprünge
Mein Auge lacht und färbt sich voll
Mein Glück
Jesus kommt
Alles wird gut

Adventszeit in Brasov



Das 3. Adventswochenende haben wir in Brasov (Kronstadt, ca. 3 Stunden nördlich von Bukarest am Rande der Karparten) verbracht. Die ehemalige deutsche Stadt soll die schönste und sauberste Rumäniens sein. Und tatsächlich, Mülleimer waren vorhanden und werden auch genutzt. Die Stadt macht im Vergleich zu Bukarest einen wirklich schönen Eindruck. Viele Hinweisschilder sind noch zweisprachig, was für uns natürlich schön war. Es tut gut, ab und zu die vertraute deutsche Sprache zu sehen oder zu hören.
 

Brasov soll wohl für seinen Weihnachtsmarkt berühmt sein, der nach dem Nürnberger Christkindlesmarkt konzipiert ist. Die Ähnlichkeit ist uns aber nicht wirklich aufgefallen. Glühwein gibts natürlich, aber sonst ist die Auswahl eher spärlich und hauptsächlich auf Kuchen und süße Teilchen beschränkt. Aber an der Beleuchtung wird nicht gespart.





Gegen Mittag waren plötzlich Trommeln, Ratschen und Trillerpreifen zu hören und diese "Karnevals"-Gruppen sind aufgetaucht. Was das mit dem Advent zu tun hat, haben wir nicht herausfinden können. Sie waren so laut und durchdringend, dass es mit der Ruhe und Besinnlichkeit auch gleich wieder vorbei war.



Was uns bisher auch nicht klar war: Adventskränze, Adventskalender und Weihnachtsplätzchen scheinen sehr deutsche Bräuche zu sein. Vor dem 1. Advent habe ich fast schon verzweifelt nach Tannengrün und anderen Dingen Ausschau gehalten, aus denen ich einen Kranz binden kann. Kaufen kann man Kränze und Grünzeug hier nämlich nicht. Nachdem ich im größten Park Bukarests einige Fichten und andere immergrüne Bäume entdeckt hatte, habe ich mir eine Astschere gekauft und mich mit einer großen Tüte in einer ruhigen Mittagsminute an die Bäume herangeschlichen und ein paar Äste entwendet. Das war gar nicht so einfach, denn in den Parks wimmelt es nur so von Security-Leuten. Aber auf meinen Adventskranz wollte ich auch nicht verzichten. Und hier ist das Ergebnis :-)


Die Kerzen sind zwar etwas zu groß geraten und wir mussten sie mit Nägeln fixieren, weil ich keine Kerzenhalter hatte und kaufen kann man die hier natürlich auch nicht.