Vielleicht hat es der ein oder andere ja schon mitbekommen: In Rumänien ist im Moment politisch einiges im Umbruch. Spannend, dass wir das gerade miterleben können.
Begonnen hat alles Ende Oktober. In einem Bukarester Club war während eines Konzertes ein verherender Brand ausgebrochen, bei dem viele Menschen ums Leben gekommen sind. Der Schock in der Bevölkerung war erstmal sehr groß. Doch dann kamen die Fragen: Wie kann so etwas überhaupt passieren? Wer ist für diese Tragödie verantwortlich? Es wurde schnell klar, dass die Brandschutzmaßnahmen nicht ausreichend waren und der Raum auch nicht für eine so große Menge von Leuten zugelassen war. Nun, warum hatten die Betreiber des Clubs dennoch die Erlaubnis, das Konzert durchführen zu können? Die Antwort ist einfach: Korruption. "Wie erste Ermittlungsergebnisse und etliche Haftbefehle gegen die
Clubbesitzer, aber auch den zuständigen Bezirksbürgermeister und dessen
Angestellte bestätigen, war der Club aufgrund fahrlässig und
unrechtmäßig erteilter Zulassungen in Betrieb, obwohl die Regelverstöße
gravierend waren" (diepresse.com).
Dieses Ereignis hat den Ärger der Rumänen über ihre Regierung und das korrupte System auf die Straßen getrieben. Bis zu 35.000 Menschen hatten mehrere Tage hintereinander gegen
Korruption und Misswirtschaft demonstriert und den Rücktritt des
bisherigen Premiers Victor Ponta und der gesamten Regierung gefordert. Und tatsächlich, am 4. November ist die gesamte Regierung zurück getreten. Doch die Menschen demonstrierenten weiter. Sie wollen einen politischen Neuanfang. Die Gefahr, dass nun ein paar Köpfe rollen und dann doch wieder alles beim Alten bleibt ist groß. Die Korruption steckt so tief im ganzen System. Ein Neuanfang ist nicht leicht, denn kaum jemand hat eine reine Weste vorzuweisen. Diese Aufgabe hat nun der ehemalige EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos. Von ihm wird bis zu den nächsten Wahlen Ende 2016 eine Wende zu einer "sauberen Regierung", frei von Korruption,
Parteiinteressen und Günstlingswirtschaft, erwartet
- keine leichte Aufgabe.
Auch bei uns persönlich steht schon sehr bald eine große Veränderung an.
Da der Aufbau des Standortes in Bukarest gut vorangekommen ist, hat sich Christian bereits seit Sommer nach neuen Jobs umgesehen - und eine interessante und spannende Herausforderung bei einem neuen Unternehmen entdeckt. Wir werden uns daher etwas früher als gedacht von Rumänien wieder verabschieden und ab April in die Nähe von Zürich ziehen, wo Christian bei einem Outsourcing-Spezialisten Geschäftsprozesse von Finanzdienstleistern, die Teile ihrer Aufgaben an einen externen Partner vergeben, optimieren wird. Bis dahin werden wir unsere gemeinsame Elternzeit genießen und schon ein bisschen Sonne auf den Kanaren vortanken. Konkret sieht unser Zeitplan nun so aus:
- Mitte Januar: Auszug aus Bukarest, wir kommen zunächst bei meinen Eltern in der Schweiz unter
- Ende Januar bis Mitte März: Elternzeit auf Teneriffa und Grad Canaria
- Anfang April neuer Job und hoffentlich neue Wohnung im Raum Zürich
Einerseites freue ich mich darüber wieder im
deutschsprachigen Raum zu sein, näher an meinen Eltern und einem Teil
meiner Geschwister, andererseits wird es auch wieder ein Neuanfang. Neue
Umgebung, neue Gemeinde, neue Menschen, wieder Ausland mit allem was
dazugehört und eben nicht zurück nach München, ins Vertraute. Wie
lange wir in der Schweiz sein werden ist noch nicht klar. Angedacht
sind erstmal 2-3 Jahre. Dann müssen wir das Ganze nochmal grundsätzlich
entscheiden, ob wir uns z.B. vorstellen könnten in der Schweiz Wurzeln zu
schlagen.
Zum Schluss noch ein paar Eindrücke der letzten Wochen:
Josefine kann nun selber aus ihrer Flasche trinken...
und fängt an zu essen, hier gabs Brokkoli.
Sie mag ihren Stuhl und dass sie nun am Tisch mit dabei sein kann
Besuch von Christians Schwester Katharina und ihrem Mann Simon Anfang November
Ein letztes Fotoshooting vor dem Palast zusammen mit meiner Schwester Beke, die uns auch im November besuchte.
Josefine mit ihren Tanten
Josefines Uroma
Besuch bei den Großeltern Anfang Dezember
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